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Prinzipien Empirisch etabliert · Akademischer Konsens

Reparaturlogik statt Ursachenheilung

Reparaturen halten Symptome in Bewegung, während Ursachenheilung die Architektur selbst verändert.

Reparaturlogik beseitigt Symptome, akzeptiert Wiederholung und plant Dauerinterventionen. Ursachenheilung verändert die Systemarchitektur selbst, macht fortlaufende Reparatur überflüssig und reduziert die Gesamtlast dauerhaft.

Unterschied in der Praxis: Reparaturlogik entwickelt Protokolle für wiederkehrende Krisen. Ursachenheilung fragt, warum die Krisen wiederkehren. Reparaturlogik sichert das Bestehende. Ursachenheilung verändert die Bedingungen.

Erscheinungsfelder: Gesundheitssystem (Symptombehandlung ohne Lebensbedingungsanalyse), Sozialpolitik (Maßnahmen gegen Obdachlosigkeit ohne Wohnpolitik), Unternehmensführung (Krisenmanagement ohne Strukturreform), Umweltpolitik (Schadensminimierung ohne Industrietransformation).

Erkennungsmerkmal: Wenn das System stets dieselben Probleme neu bearbeitet – und wenn Erfolg als „Problemmanagement" statt als „Problemauflösung" definiert wird. Ein System in Reparaturlogik braucht seine eigenen Symptome.

Wissenschaftliche Grundlagen

  • Peter Senge The Fifth Discipline (1990) Doubleday Systemdynamik: "Fixes that Fail" – symptomatische Lösungen erzeugen neue Probleme und verstärken das Grundproblem
  • Donella H. Meadows Thinking in Systems (2008) Chelsea Green Systemfalle "Shifting the Burden": Symptombehandlung verdrängt Ursachenlösung und erzeugt dauerhafte Abhängigkeit
  • Ivan Illich Medical Nemesis (1975) Calder & Boyars Kontraproduktivität: Das Medizinsystem behandelt Symptome und erzeugt durch seine Logik neue Abhängigkeiten